Frankreich - warum man diesen Markt keinesfalls unterschätzen sollte!

 
 
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wir möchten Ihnen zu diesem Thema einen interessanten Artikel der FAZ zukommen lassen.

F.A.Z., 03.07.2017, Wirtschaft (Wirtschaft), Seite 16, Europlatz Frankfurt

Frankreichs goldenes Jahrzehnt

von Holger Schmieding

Emmanuel Macron drückt aufs Tempo. Bereits Ende September will der neue französische Präsident das Herzstück seiner Reformen, den Umbau des Arbeitsmarktes, in die Tat umgesetzt haben. Das klare Mandat der Wähler und eine sichere Mehrheit im Parlament geben ihm die Möglichkeit dazu. Sofern Macron liefert, steht Frankreich an der Schwelle zu einem goldenen Jahrzehnt. Macron möchte den Spielraum für betriebliche Bündnisse für Arbeit deutlich erweitern, die Regeln für das Entlassen von Mitarbeitern lockern und eine Obergrenze für Entschädigungen einführen. Zudem will er die teuren Rentenprivilegien mancher Berufsgruppen beschneiden, Lohnnebenkosten senken und weitere Bereiche der Wirtschaft liberalisieren.

Wie sehr Reformen einen Standort stärken können, hat sich in Europa immer wieder gezeigt. Auf diese Art hat einst Margaret Thatcher das sieche Großbritannien kuriert, mit der Agenda 2010 hat sich dann Deutschland vom kranken Mann Europas zur neuen Wachstumslokomotive des Kontinents gemausert, zuletzt hat Mariano Rajoy Spanien nach diesem Muster saniert. Deutschland erlebt heute goldene Jahre. Es erntet die Früchte seiner früheren Reformen. Da es sich allerdings auf seinen Lorbeeren ausruht und lieber in jedem neuen Koalitionsvertrag in Berlin kostspielige Wohltaten verteilt, statt Wachstumskräfte zu stärken, wird es nach dem Ende des aktuellen Aufschwungs langsam ins europäische Mittelfeld zurückfallen. Gleichzeitig stellt Großbritannien sich mit dem Brexit selbst ein Bein.

Ein wirtschaftlich erstarkendes Frankreich kann einen Spitzenplatz in Europa übernehmen. Auch dank seiner hohen Geburtenrate könnte es sich dann als dynamischer erweisen, als Deutschland es heute ist. Wenn es die Fesseln seines Arbeitsrechts lockert, wird Frankreich seine Stärken ausspielen können, zu denen eine hervorragende Infrastruktur, eine kompetente Verwaltung und eine hoch produktive Privatwirtschaft gehören. Im Laufe der Geschichte haben Deutschland und Frankreich immer wieder die Plätze gewechselt. Dank Ludwig Erhards Wirtschafts- und Währungsreform von 1948 lag Westdeutschland in den fünfziger Jahren mit Abstand vorne, in den Sechzigern und Siebzigern holte Frankreich mit höheren Wachstumsraten auf. Nach Helmut Kohls Wende von 1982 hatte die Bonner Republik wieder die Nase vorn, bis Deutschland nach der Wiedervereinigung im Reformstau stecken blieb. Erst seit die Agenda 2010 voll gegriffen hat, während Frankreich unter einem allzu verkrusteten Arbeitsmarkt leidet, hat Deutschland seinen Nachbarn wieder hinter sich gelassen.

Jetzt zeichnet sich der nächste Wechsel ab. Wenn Macron seine Pläne umsetzt, spricht viel dafür, dass die Jahre nach 2020 das goldene Jahrzehnt Frankreichs werden können. Wenn auch Deutschland sich wider Erwarten nach der nächsten Wahl doch noch auf eigene Reformen besinnen und somit seine aktuelle Stärke weitgehend bewahren könnte, könnten große Teile Europas mit ungewöhnlicher Zuversicht in die Zukunft schauen.

 

Der Autor ist Chefvolkswirt bei Berenberg.

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